INFOS zur 146. Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Windkraftkonzentrationszonen der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn arbeitet seit fast einem Jahr am 146. Flächennutzungsplan mit dem Ziel, neue Vorrangflächen für die Windkraft auszuweisen. Der Vorentwurf dieser Planung ist fertiggestellt und wurde am 17.12.2020 vom Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen. Nach unseren Informationen gab es nur 7 Gegenstimmen (u.a. aus der FDP) und 4 Enthaltungen (u.a. unser Ortsvorsteher Matthias Dülme).

Die Dokumente zu TOP14 der Ratssitzung vom 17.12.2020 sind hier zu finden:

https://stadt-paderborn.rim.gkdpb.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZdaSZTZ7XdrrdKaIOOBd_ok

 

Für Marienloh ist das im Vergleich zu den Bad Lippspringer Windrädern, die ja bereits in der Antragsphase sind, eine noch schlimmere Katastrophe! Die Stadt Paderborn will eine ca. 75ha große Fläche im Osten Marienlohs ausweisen, die auch wiederum nur knapp 1000m von der Aachener Siedlung entfernt ist. Die Größe der Fläche ist damit nicht viel kleiner, als die 3 Bad Lippspringer Flächen in Summe (92ha) und auch als die geschlossene Siedlungsfläche unseres gesamten Dorfes (ca. 90ha). Hier ein Ausschnitt aus der Potenzialflächenanalyse ergänzt um einige Zusatzinformationen zu den Flächen und Abständen.

Die Fläche 1 ist groß genug, um ca. 6-7 Windräder aufzustellen und nach der Erfahrung aus Bad Lippspringe ist damit zu rechnen, dass diese 250m hoch oder sogar noch höher werden. Schließlich befindet man sich in einem Gebiet mit eher schwachen Winden und muss dann schon solche Geschütze auffahren wie die Enercon E160-EP5. Hierüber ist im Internet zu erfahren: „Dieser Anlagentyp wurde gemeinsam mit der E-147 EP5 angekündigt. Anders als die E-147 EP5 weist die E-160 EP5 eine Nennleistung von 4,6 MW auf. Sie ist für Standorte mit schwächeren Windbedingungen konzipiert….“

Solchen Anlagen – aber auch schon kleinere - werden sich durch alle negativen Effekte, die sie mitbringen, ganz erheblich auf unsere Lebensqualität auswirken. Man muss ja nur einmal in den Südosten des Kreises fahren, wenn man einen ungefähren Eindruck gewinnen will, obwohl hier die „Rädchen“ derzeit höchstens 210m hoch sind.

  • Schall:
    das hörbare monotone Geräusch der Rotoren und
    den nicht hörbaren, aber gesundheitsschädlichen Infraschall, https://www.dsgs.info/
  • Licht und Schatten / Schlagschatten
  • Eine erdrückenden optische Wirkung, die von diesen Riesen ausgeht
  • Die Zerstörung der Kulturlandschaft wie wir sie schon in weiten Teile des Kreises sehen
  • Wertverlust der Grundstücke und Immobilien
    Dieser Punkt wird zwar immer wieder abgestritten und mag derzeit durch das Hoch am Immobilienmarkt nicht so gravierend durchschlagen, aber wer kauft schon gern ein Haus mit Ausblick und unter Einfluss eines Windparks, wenn er die Wahl hat?
  • Es gab bereits Unfälle, Brände und zerborstene Flügel, die Ackerflächen für lange Zeit unbrauchbar gemacht haben => Umweltschäden

 

Die Errichtung von Windrädern steht auf drei Eckpfeilern

Mit der folgenden Grafik soll grob dargestellt werden, welche 3 wesentlichen Faktoren zusammenspielen, damit es zur Errichtung von Windrädern kommen kann. (Nicht dargestellt ist die Baugenehmigung durch den Kreis Paderborn, die selbstverständlich auch erfolgen muss, aber erst dann eine Rolle spielt, wenn das Dreieck steht).

 

 

Euer Ortsheimatspfleger,

Ralf-Peter Fietz

ralf-peter(at)fietz-pb.de